WAZ vom 06.12.200

Meistbietender erhielt den Zuschlag
Bergbauer-Hof: Spekulation über Zukunft

Von Thomas Kampmann
Lücklemberg. Der Bergbauer-Hof in Lücklemberg lag lange verlassen und verwahrlost auf dem Heideblick, war aber letztlich immer noch so attraktiv, dass viele darum buhlten. Und seit bekannt ist, dass das Bieterverfahren entschieden ist, öffnen sich die Tore für Spekulationen.
Die Firma WFD-Projektentwicklung eine Tochter des Bauunternehmens Derwald, erhielt den Zuschlag. "Weil sie das meiste geboten hat. Das bestätigte auf Anfrage Theo Lippe. Der Rechtsanwalt nimmt als amtlich bestellter Vermögensbetreuer alle Geschäfte für den ehemaligen Eigentümer Hermann Bergbauer wahr. Über ein Jahr lang, so der Jurist, habe er das Anwesen in Lücklemberg angepriesen. Das Vormundschaftsgericht hat den Notar-Vertrag inzwischen genehmigt, der Eigentümerwechsel ist vollzogen. "Der Kaufpreis war für das Gericht akzeptabel", versichert Richter Reiner Schott, ohne allerdings die tatsächliche Summe zu nennen. 
7 400 Quadratmeter Grund und Boden in herrlicher Lage annoncierte Theo Lippe auf dem Immobilienmarkt. 592 000 Mark hatten unabhängige Gutachter als verkehrswert ermittelt. Das rief unzählige Interessenten auf den Plan. Da wollten einige im ganz großen Stil bauen", sagt Anbieter Theo Lippe. Doch das riesige Areal ist im Flächennutzungsplan als "Fläche für Land- und Forstwirtschaft" ausgewiesen. Und das Baugesetzbuch deklariert zwei die Flurstücke (670 und 676) als Außenbereiche. Da sind bestimmte Bauvorhaben nur im Einzelfall zulässig. Die politischen Gremien müssen ebenso darüber entscheiden wie die Regierung in Arnsberg. 
Mangelnde baurechtliche Möglichkeiten vertrieben viele Bauträger schnell vom Gehöft. Und der Rest, so Lippe in einer Rückschau, resignierte angesichts zu erwartender Investitionen von mindestens einer Millionen Mark. Der Zustand des Anwesens soll katastrophal sein. 
Walter Derwald hat mit Werner Hofmeister, dem Leiter des Bauordnungsamtes, kurz durchgesprochen, was überhaupt machbar ist. Ein Mitbewerber nahm vom Bergbauer-Hof u.a. Abschied, weil Pferdeställe und Scheune nicht anderweitig genutzt werden dürften. 
Bergfeld gilt heute schon als Filetstück
Ob das Ackerland jemals Bauland wird, kann derzeit niemand beantworten. Friedrich Ostholt, Leiter des Planungsamtes: "Die Perspektivflächen für weitere Bebauung sind noch nicht festgelegt. Was in den einzelnen Stadtteilen passiert, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehbar. Niemand weiß, was in zehn bis 15 Jahren erforderlich ist". Das angrenzende Bergfeld gilt jedoch schon heute als Filetstück. Die Stadt plant, auf ihrem Grundstück Parkplätze im Zuge der Zoo-Erweiterung anzulegen. Ostholt übt noch Zurückhaltung: "Natürlich ist es denkbar, das hier einmal gebaut wird. Das sage ich aber mit aller Vorsicht.
Walter Derwald selbst wollte in der Sache keinen Kommentar abgeben. 

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