WR / WAZ vom 1. Dezember 2006
Protest aus Aplerbeck einstimmig

Die Postfiliale in Kirchhörde.

Die Postfiliale in Kirchhörde.

Aplerbeck / Kirchhörde. Es war nicht anders zu erwarten: Die Bezirksvertretung Aplerbeck wehrt sich mit einer Stimme gegen die beabsichtigte Schließung der Post im Rodenbergcenter. Und auch in Kirchhörde rumort es weiter.

Die Politik in Aplerbeck behält es sich zudem vor, die ortsansässigen Gewerbetreibenden aufzufordern, keine Post-Agentur zu übernehmen. Das macht die BV Applerbeck abhängig vom Ausgang eines persönlichen Gesprächs mit einem Vertreter des Monopolisten. Bezirksvorsteher Sascha Mader hat den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post AG bereits angeschrieben.

In dem Brief fordert die BV Aplerbeck den Erhalt einer eigenständigen, "echten" Post-Filiale im Ortsteil Aplerbeck, immerhin 55 000 Einwohner stark. "Wer ein Briefmonopol für sich beansprucht, muss auch die ortsnahe Infrastruktur für Brief- und Paketdienstleistungen sicher stellen," heißt es. Die kleinen Agenturen würden die Grundversorgung nicht gewährleisten. Niemand könne sich zudem vorstellen, Post-Bankgeschäfte in einem Einzelhandelsladen abzuwickeln.

"Unhaltbarer Optimismus"

Als "unhaltbaren Optimismus" fassen die Sozialdemokraten Ingrid-Krämer-Knorr (Rat) und Michael C. Meurer (Bezirksvertretung Hombruch) ihr Gespräch von Freitag mit einem Vertreter der Deutschen Post AG zusammen. Die SPD sieht die Grundversorgung der Bevölkerung mit postalischen Leistungen nach wie vor in Gefahr. Die Post erklärt, die Postfiliale in Kirchhörde laufe nicht betriebswirtschaftlich. Durch die Schaffung einer Agentur werde die Post konkurrenzfähiger gegenüber anderen Anbietern. Die bisherige Postfiliale könne durch eine Postagentur gleichwertig ersetzt werden.

Das bezweifeln Ingrid Krämer-Knorr und Michael Meurer. Nachfragen hätten zudem ergeben, dass es keine Geschäfte an geeigneten Standorten in Kirchhörde gebe, die unter den von der Post diktierten Bedingungen bereit wären, eine Postagentur zu übernehmen. Auch der erhöhte Bedarf an Lager- und Verkaufsfläche sei von keinem Gewerbetreibenden im betroffenen Gebiet zu leisten. Von finanziellen Konditionen ganz zu schweigen. "Unter diesen von der Deutschen Post diktierten Bedingungen reduziert sich der Kreis der potenziellen Bewerber für eine Post-Agentur in Kirchhörde auf Null".


06.12.2006   Von Thomas Kampmann

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