WR vom 5. Januar 2005

"Ohne Grafschaft Mark wäre heutiges Dortmund undenkbar"

(alex) Eine aufschlussreiche und unterhaltsame Chronik auf CD-ROM hat der Dortmunder Journalist Dieter Willemsen zum Selbstkostenpreis von drei Euro herausgebracht - eine über 100-seitige Zusammenstellung der Geschichte der Freien und Hansestadt Dortmund und der Grafschaft Mark, aus der das heutige Dortmund entstanden ist.
"Es gibt viele Chroniken zu Dortmund", sagt Dieter Willemsen. Aber die umfassten oft entweder nur die Geschichte der Freien Reichs- und Hansestadt oder die einzelner Stadtteile. Doch die Dortmund-Märkische Chronik greife weiter. Ohne die ehemalige Grafschaft Mark wäre das heutige Dortmund nicht denkbar", betont der Pensionär. Die Region Dortmund mit der alten Grafschaft Mark habe sich in den letzten Jahrzehnten zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Einheit entwickelt, beschreibt Willemsen. Wie im Mittelalter nehme die ehemalige Freie Reichs- und Hansestadt als Oberzentrum unbestritten Platz eins ein.
"Dabei ist das heutige Stadtgebiet Dortmund erst im 20. Jahrhundert entstanden", betont Willemsen - in seiner heutigen Form im Jahr 1975. "Die vorliegende Chronik soll die Zusammenhänge der Region auch mit nationalen und internationalen Ereignissen deutlich machen."
Die Erstellung dieser Chronik geht auf die 1100-Jahrfeier von 1982 zurück. Dortmund feierte die erste Erwähnung als Stadt im Jahr 882. Aus diesem Anlass wurde ein Heft erstellt. Viele der gesammelten Texte und Bilder, die von Heimatforschern und aus privaten Archiven gesammelt und zur Verfügung gestellt worden waren, konnten jedoch damals nicht berücksichtigt werden. Eine Fülle neuer Text- und vor allem Bilddaten - auch über die Entwicklung der Grafschaft Mark - wurde in den letzten Jahren hinzugefügt und mit Portraits der heutigen Städte und Stadtteile ergänzt.
Das Kerngebiet der Grafschaft Mark reichte einst von Wattenscheid bis Iserlohn und von Hamm bis Meinerzhagen und umschloss die Reichsstadt. "Die Grafen hätten Dortmund gerne gehabt. Aber das war undenkbar", sagte Willemsen. Er hat alle Funde in journalistischen Beiträgen zusammengefasst.

Internetauftritt ist in Planung

Die Arbeit hat dabei keinen wissenschaftlichen Charakter. Denn viele Quellen und Urheber sind nicht mehr ermittelbar, bedauert Willemsen. "Ich weiß effektiv nicht, woher manche der Bilder stammen." Ein Hindernis für die Buchherstellung. "Aber die Herstellung wäre auch zu teuer gewesen", berichtet Willemsen. Daher hat er sich für eine digitale Version entschieden, die vielleicht bald sogar im Internet abrufbar ist.
Seiner Idee kommt das sogar entgegen: Denn Geld will der Rentner damit nicht verdienen. Die CD verkauft er daher für nur drei Euro. Doch vorher will er sich mit anderen Dortmunder Heimatforschern abstimmen. "Es gibt schon sieben Homepages."

Infos: Tel: 02 31/ 73 53 81

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