WAZ / WR vom 14. November 2002
"Gruß aus Olpketal bei Brünninghausen" steht auf dieser Ansichtskarte aus den 30-er Jahren. Die Karte zeigt, dass das Gebiet um Olpketal/Bergfeld in der Vergangenheit den guten Ruf einer grünen Oase im Dortmunder Süden hatte.
Die Meinung des Lesers
Bergfeld-Bebauung: "Weitsicht statt Dollarzeichen im Auge"

Betr. Artikel "Bergfeld stößt auf wenig Gegenliebe" vom 8. November. Der Anlieger aus der Galoppstraße ist besorgt, dass der Ortsteil durch die Bebauungspläne seinen Charakter als grüne Oase nahe einer Großstadt verlieren wird.

Der Vergleich Gegenwart und Panorama 1912 zeigt, dass gravierende Veränderungen stattgefunden haben. Bis Ende der 50-er Jahre war der ländliche Charakter allerdings wahrnehmbar. Dann setzten Baumaßnahmen ein von Bürgern, die Lücklemberg als lebenswerten Ort zum Wohnen entdeckten. Gebaut wurden Einfamilienhäuser auf großdimensionalen Grundstücken, maximal 1,5-geschossig. Dies war am Heideblick der Fall, in der Galoppstraße, in den Stichstraßen wie Telge, Rählwiese, Lenneckeweg, Rotgerweg, aber auch in der neu entstandenen Dahmsfeldsiedlung einige Jahre später. 
Mittlerweise sind die ersten Bauten dieser Generation schon wieder abgerissen, haben Platz gemacht für Spekulationsobjekte von Architekten und Bauträgern. An mehreren Stellen steht nun statt eines Einfamilienhauses ein Klotz von Bauwerken in 2,5-geschossiger Bauweise (was unter Ausnutzung der rechtlichen Bestimmungen bedeutet: es sind insgesamt 5 Geschosse!) Weitere Spekulationsobjekte stehen an. So wie hier in der Galoppstraße, wo erneut auf dem Gelände eines Einfamilienhauses 14! Wohnungseinheiten entstehen sollen. 

Ich bitte doch, mal eine Bestandsaufnahme zu machen, wie viele vorhandene Häuser hier in den Ortsteilen mit mehr als 200 Quadratmetern Wohnfläche und schönen Grünanlagen am Grundstück leer stehen, nur noch von ein oder zwei Personen bewohnt werden. Sind es nicht gerade diese bestehenden Bauten, die den Wünschen von Bauwilligen im Bezirk Hombruch sehr nahe kommen würden, unter Erhaltung des Ortscharakters? Muss nicht Phantasie gefragt sein, wie es zu so einer Art Tauschbörse kommen kann, zur Zufriedenheit aller? Stattdessen wird der Ruf laut, aufgrund von zweifelhaften Statistiken neue Grundstücke zu erschließen! Mit 1912 bin ich angefangen, im Blick auf die Zukunft habe ich die Sorge, dass die nächsten Spekulationsobjekte schon jetzt gestartet werden, ohne dass das erste haus am Bergfeld steht! Ich wünsche mir Sorgfalt und Weitsicht bei den Verantwortlichen und kein kurzlebiges Dollarzeichen in den Augen. Ich wünsche mir ein weinig konstruktives Querdenken, vor allen Dingen Ehrlichkeit und das Einstehen zu Versprechen, z.B. das gebot der Nachrangigkeit in Sachen Bergfeld."

Karl-Heinz Hellweg
Galoppstraße 83
44229 Dortmund

Leserbriefe müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Wir behalten uns das Recht auf Kürzung vor.

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