WAZ vom 21. August 2001

Bergfeld bringt als Etatposten im Sondervermögen der Stadt schnell gutes Geld

Mit Magenschmerzen "Ja"

Lücklemberg (mpm.) Der Vorstoß der Stadt, 2,7 das vier Hektar großen Bergfeldes zu bebauen, hat zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. 

Anlieger aus dem Heideblick protestierten, Politiker der großen Parteien in der Bezirksvertretung Hombruch äußern Zustimmung (siehe Stellungnahmen unten). Viele Stellen vermuten, dass die hoch verschuldete Stadt das profitable Grundstück schnell dem Sondervermögen zuführen will. Damit könnte es in Erwartung des hohen Gewinn beliehen werden. Das Bergfeld in Lücklemberg war 1999 in das Wohnflächenentwicklungsprogramm der Stadt aufgenommen worden - damals noch mit 70 Eigenheimen. Der gültige Flächennutzungsplan stellt den bereich als "nachrangig zu entwickelnde Wohnbaufläche" dar. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes ist nicht erforderlich. 

Wie stellt sich die Politik zur Bebauung des Bergfeldes?

Hans-Jürgen Grotjahn
CDU-Fraktionsvorsitzender
Gerd Alda
SPD-Fraktionsvorsitzender
Katja Willkens
Bündnisgrüne-Fraktionsvors.
Detlef Münch
Ratsvertreter Bürgerliste
"Natürlich haben wir da so unserer Magenschmerzen.
Die CDU steht einer Bebauung grundsätzlich nicht im Wege. Was man jedoch kritisch anmerken muss: Es gibt genügend andere Bauflächen, auf denen bereits Baurecht besteht.
Da wären beispielsweise:
- Heidekrug
- Bozener Wäldchen
- Kirchhörder Berg
- Leinweber Straße in  
  Kirchhörde
Die sollten zunächst bebaut werden, ehe etwas am Bergfeld passiert. Das ist unsere Bedingung dafür, dass wir den Plänen der Stadt zustimmen."

 

"Wir sind grundsätzlich nicht mehr so dagegen.
Es hat bei der SPD einen Meinungsumschwung gegeben. Die Bebauung des Bergfeldes lässt sich sowieso nicht verhindern, weil das Grundstück der Stadt gehört. Also: Schnell den Deckel drauf!
Die Luftgüte ist von Interesse. Das heißt: Sind gravierende Nachteile zu befürchten, wenn die Frischluftschneise bebaut wird?
50 Wohneinheiten sind okay. Das Bergfeld wird Abnehmer finden. Wir fordern ellbogenfreies Wohnen und keine gedrungene Bauweise wie am Lemberger Feld."
"Ein klares Nein zum Bergfeld! Wir lehnen eine Bebauung dort ab.
Wir beobachten die Baubewegung im Dortmunder Süden mit Skepsis. In Menglinghausen-Süd sind massenhaft Grundstücke frei. Warum sollte man da ein landwirtschaftlich wertvolles Gebiet wie das Bergfeld in Lücklemberg neu erschließen? Unser Vorschlag: Für Menglinghausen attraktiv werben und nicht in einer Frischluftschneise bauen.
Wir werden versuchen - auch mit Unterstützung der Ratsfraktion der Bündnisgrünen - das Naturgebiet Bergfeld dort zu erhalten."
"Das Bergfeld ist eine Freiraumzone und besitzt eine wichtige Funktion Vernetzungsfunktion zwischen Rombergpark/Zoo und Bachtal am Heideblick.
Man sollte eine Bebauung dort nachrangig verfolgen. Aber: Der Großteil des Gebietes befindet sich im Besitz der Stadt Dortmund. Deshalb glaubt man, dort schnell voran zu kommen. Ich fordere - ein Öko-Ranking aller potenziellen Bauflächen: Die mit der größten ökologischen Bedeutung sollen hinten anstehen. Deshalb darf das Bergfeld nicht mit 50 Wohneinheiten zugepflastert werden."
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