WAZ / WR vom 12.11.2003

Vorarbeiten für neues Domizil in Lücklemberg
Eigentümer zögern mit erstem Spatenstich
Baugebiet Pastorenwäldchen: Die gelb-schraffierte Spange markiert die Anbindung von Brixener (oben) und Olpketalstraße. Der schmale Durchstich mündet auf die Bozener Straße. (SAM)

Lücklemberg. Von der Hombrucher Bezirksvertretung nie gewollt, wurde die Straße trotzdem gebaut: Entlang des idyllischen Pastorenwäldchens - von der Olpketal- bis zur Brixener Straße - schlängelt sie sich, die neue, 265 Meter lange Asphaltstrecke. Sie soll rund 50 Wohneinheiten den Weg bereiten. Erster Spatenstich: zum Jahreswechsel.

Am "Hom 213" hängt eine fast unendliche Geschichte. Schon vor 35 Jahen war er im Gespräch. Mehr als zehn Jahre sind Anwohner und Politiker vor Ort vergeblich gegen den Bebauungsplan "Hom 213" Sturm gelaufen. Klagen der Anwohner wurden vor dem Kadi abgeschmettert, das Veto der Bezirksvertretung Hombruch scheiterte vor einem Jahr im Rat.
Nun darf eigentlich gebaut werden, doch die Grundstückseigner des mehrere tausend Quadratmeter großen Areals tun sich schwer mit dem ersten Spatenstich. Den Anfang macht die Dortmunder Wohnungsbau-Firma "Gama", die auch für die geplanten Reihenhäuser im "Hom 211" an der Halde Gotthelf verantwortlich zeichnet. Vier zweigeschossige Doppelhaushälften will sie auf einem 1 935 Quadratmeter großen, städtischen Grundstück auf der südwestlichen Seite vor der Einmündung zur Brixener Straße bauen. Interessenten gebe es genug, sagt Magdalene Nienhaus von "Gama". "Kaufverträge sind schon unter Dach und Fach".

Weitere Parteien besitzen Baurecht

Doch dabei bleibt es vorerst einmal. "Wir würden gern mehr bauen", wünscht sich Nienhaus. Im Anschluss warten noch rund 4 300 Quadratmeter städtisches Bauland für weitere vier freistehende Eigenheime oder sechs Doppelhaushälften. Einen Hinderungsgrund für Interessenten sieht Lothar Staschik vom Liegenschaftsamt in den sehr schmal geschnittenen Grundstücken mit extrem langen Gärten. "Die Hinterlandfläche ist dort schwer zu entwickeln", erklärt er. "Dort ist Platz für Kettenhäuser, giebelständig gebaut oder vier freistehende Häuser mit 16 bis 18 Metern Frontbreite". Als Verkaufsrichtwert für die erschlossenen Baugrundstücke nennt Staschik einen Preis von 360 Euro pro Quadratmeter.
Drei weitere Parteien teilen sich den Rest des großen Grundstücks am Pastorenwäldchen. Dazu gehören die Gebrüder Wille und der Hombrucher Architekt Hans-Georg Baaden. "Wir haben noch keine Pläne, wollten zunächst nur Baurecht besitzen", hält sich Günter Wille ebenso zurück wie Baaden. "Ich will erst einmal wissen, was die anderen machen", winkt der Architekt ab. Bauen will er "irgendwann schon". Verdient hat er bisher noch nichts an seinem Grundstück, das jetzt Bauland ist. Im Gegegnteil: Die Stadt legt die Erschließungskosten für die Zufahrtsstraße in Höhe von 360 000 Euro zu 90 Prozent auf die Grundstückseigentümer um.

11.11.2003   Von Susanne Meyer

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