Westfälische Rundschau vom 20. Mai 2010

 

SPD Bezirksvertreter Michael C. Meurer am Containerstandort im Kirchhörder Zentrum

EDG kann Container wegen Baustelle nicht anfahren - Betriebe entsorgen illegal Altpapier : Mülltourismus in Kirchhörde

Susanne Meyer

Kirchhörde. Die einseitige Sperrung der Hagener Straße ist nicht nur für die Autofahrer ein Problem. Vor den Containern an der Kirchhörder Sparkasse türmt sich der Papiermüll, weil die EDG mit ihren großen Wagen den Standort nicht mehr anfahren kann.

Ein Versuch, mit einem kleineren Entsorgungsauto dort zu stoppen, scheiterte jetzt ebenfalls. Unter anderem wegen des riesigen Verkehrs-staus, den diese zeitlich aufwändige Aktion den Autofahrern bescheren würde „Wir werden jetzt noch einmal versuchen, die Container zu leeren. Wenn das nicht klappt, müssen wir über eine Standortverlegung während der Bauzeit nachdenken”, sagt EDG-Pressesprecherin Petra Hartmann. Damit ist für den SPD-Bezirksvertreter Michael C. Meurer das Entsorgungsproblem an dieser Stelle jedoch noch nicht beseitigt.. Schon seit langem sei dieser Standort „eine zentrale Anlaufstelle für Müll aller Art”.

Papier oder Glas werden einfach danebengestellt

Die zwei Alt- bzw. Papiercontainer sind nicht mehr in der Lage, die zum Teil illegal entsorgten Abfallmengen aufzunehmen. Besonders nach Sonn- und Feiertagen sei die Situation schlimm. „Neben Glas und Papier wird auch Haus-, Gewerbe- und Sondermüll entsorgt, und wenn die Kapazität der Container erreicht ist, stellen die Leute Papier, Glas oder auch Farbeimer einfach daneben”. Sogar Zeitungsgebinde von Liefe-ranten haben Unbekannte dort abgelegt.

Entsorgung auf Zuruf – dieses Motto gilt für die EDG auch heute noch. Überfüllte Container können gemeldet werden ( 9111-333). „Wir veranlassen dann eine Leerung”, so Hartmann. Zudem wären die EDG-Fahrzeuge mit Erfassungsgeräten ausgestattet, die jeden Container elektronisch auf seine Füllmenge prüfen. Den Entsorgern ist zudem aufgefallen, dass deutlich mehr Gewerbetreibende Altpapier unerlaubt in die Container werfen.

Das liege offensichtlich am Preisverfall beim Papier, die Abnehmer dafür wären weggebrochen, vermutet die EDG-Pressesprecherin. Betrieben, die auf diese Weise ihren Müll loswerden wollen, drohen drastische Strafen, wenn sie erwischt werden.

Auf Mithilfe der Bürger angewiesen

„Da sind wir auf die Mithilfe der Bürger angewiesen”. Meurer hat noch weitere Gründe für die ständige Vermüllung des Containerstandortes an der Hagener Straße ausgemacht: Da dem Standort die soziale Kontrolle, sprich Nachbarn, fehlten, werde hier in der Dunkelheit „alles abgestellt, was geht”. Verschärfend komme die Auflösung des Containerstandortes im unteren Bereich der Hagener Straße dazu. „Die Container an der Kirchhörder Sparkasse sind für Autos sehr bequem anzufahren und werden deshalb auch häufig von Bürgern aus Hagen und Herdecke genutzt. Das gleiche Problem hatten wir vor drei Jahren am Wohnstift Augustinum”, erklärt der SPD-Politiker.

Mehr Container und ein erhöhter Leerungsrhythmus hätten dort allerdings eine dauerhafte Verbesserung gebracht. Daher wolle die SPD Gespräche mit der EDG aufnehmen, um die Situation am Kirchhörder Containerstandort zu entschärfen.

 

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