Westfälische Rundschau vom 9. Dezember 2010

Lücklemberg : Bergfeld: Vom Stiefkind zum Musterprojekt

Katrin Kroemer

Dortmund. Vom schwarzen Schaf zum Vorzeige-Projekt neuer Baugebiete – dieser Wandel ist dem „Bergfeld“ in Lücklemberg gelungen. Nachdem Bürger und Politik jahrelang um immer neue Verbesserungen gefeilscht hatten, passierte der Bebauungsplan jetzt mit Mehrheit von CDU, FDP und SPD die Bezirksvertretung Hombruch. Dass der Rat am 16. Dezember „grünes Licht“ gibt, gilt als sicher.

Vergeblich stemmte sich Barbara Brunsing für die Grünen noch einmal gegen Flächenverbrauch und Versiegelung. Selbst die Bundesregierung, so Brunsing, fordere 25 Prozent weniger Flächenverbrauch – das spreche für einen Verzicht auf das Bergfeld.

Eine Lanze für das neue Baugebiet brach dagegen Michael Meurer – als Vorsitzender der Lücklemberger SPD einst nachdrücklicher Kritiker des Planes. „Selten hat ein Bebauungsplan so viele Bedenken aufgenommen“, erinnerte Meurer an die sechs bis sieben Jahre währende Debatte um dieses Baugebiet. Er sieht nun sogar eine ökologische Aufwertung.

Denn: Am Bergfeld entstehen sich selbst versorgende Passiv-Häuser auf großen Grundstücken. Die Anzahl der Häuser wurde von zunächst 65 auf 49 reduziert. Und: Wer will und es sich leisten kann, kann zwei Grundstücke für ein Haus erwerben.

„Es ist eine runde Sache, die dort entsteht. Hier können wir Menschen in Dortmund halten, die sich so etwas leisten können“, unterstrich Bezirksbürgermeister Hans Semmler die positive Sicht der CDU. Die hatte sich zwischenzeitlich dafür stark gemacht, dass ein Teil des Verkehrs zum Neubaugebiet über die Straße „Am Kramberg“ fließen soll – auch das haben die Stadtplaner mittlerweile berücksichtigt.

Profitieren werden durch das Projekt auch die bisherigen Anlieger, ist Meurer überzeugt. So werde der jetzt ziemlich desolate Heideweg bis zur Galoppstraße ausgebaut – das sei ein positiver Begleitaspekt.

Für die beiden neuen Wohnstraßen, die die Häuser am Bergfeld künftig erschließen sollen, gibt es auch bereits erste Ideen für die Straßennamen. Zwei Sportler aus Hombruch sollen hier, wenn möglich, geehrt werden: Der Radsportler Emil Kijewski und der Boxer Heinz Neuhaus.

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