Westfälische Rundschau vom 27. August 2009

 

SPD sammelte 2132 Unterschriften in Brünninghausen gegen Discounter-Ansiedlung

Lebensmittelmarkt Hagener Sraße: Standort bleibt

Katrin Kroemer 

Brünninghausen. An der Hagener Straße in Brünninghausen soll am Standort des jetzigen Edeka-Marktes auch künftig ein Lebensmittelladen angesiedelt werden.

Ursprüngliche Ideen, an diesem Platz eine Spielhalle einzurichten, sind offenbar vom Tisch. Dennoch ist der Streit keinesfalls begraben. Denn mit aller Macht will die noch amtierende rot-grüne Mehrheit hier nicht nur Lebensmittelhandel sichern, sondern im gleichen Zuge auch einen Discounter am Ort verhindern.

Das aber sorgte am Dienstag in der letzten Sitzung der Hombrucher Bezirksvertretung vor dem bevorstehenden Kommunalwahl-Sonntag für hitzige Debatten und Unverständnis. Zwar haben die Sozialdemokraten im Rahmen ihres Wahlkampfes 2132 Unterschriften für den Erhalt eines Lebensmittelmarktes gesammelt, doch sind das nicht etwa auch Unterschriften gegen die Ansiedlung eines Discounters.

Das mahnte in der Sitzung die CDU an. Und auch in Reihen der Brünninghauser SPD ist klar: Viele Menschen am Ort wollen hier an der Weißen Taube weiter einen Lebensmittelladen, wären aber mit einem Discounter als Ergänzung zum benachbarten Rewe und nur 1,5 Kilometer entfernten Edeka am Kirchhörder Berg durchaus zufrieden.

Mehr, unterstrich Hans-Jürgen Grotjahn für die CDU, könne Politik auch nicht leisten. Er selber brachte aus einem Gespräch mit der Firma Schröder als Immobilienbesitzer die Botschaft mit: Nach dem Aus von Edeka zum 31. Dezember (wie berichtet), bleibe hier Lebensmittelhandel erhalten. Nach seinen Informationen sei die Situation aus Differenzen über den Umfang notwendiger Modernisierungen am 30 Jahre alten Gebäude entstanden. Auch künftig aber solle laut Schröder dort ein Vollsortimenter angesiedelt werden.

Solch kurze Weg brachten Michael Meurer (SPD) auf die Palme. Damit solle sich die CDU nicht etwa brüsten, giftete der Sozialdemokrat, denn an der Glaubwürdigkeit solch mündlicher Zusagen habe er durchaus seine Zweifel. Nur durch den Druck, den die SPD mit ihrer Unterschriftensammlung aufgebaut habe, sei der Immobilienbesitzer zum Umdenken bewegt worden.

Und dieses Umdenken will Rot-Grün jetzt in Paragraphen gießen: Der Bebauungsplan soll so geändert werden, „dass sich auf bestehenden Lebensmittelmarktgrundstücken ausschließlich Lebensmittelmärkte ansiedeln können”.

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