WR / WAZ vom 20. Januar 2009

Braucht Lücklemberg ein Einkaufscenter

Lücklemberg. 2,5 Millionen Euro will ein Investor aus Kevelaer in einen Rewe-Markt mit Getränkeshop an der Kirchhörder Straße stecken. Die Frage ist nur: Braucht der Ort ein 1200 Quadratmeter-Center? Ja, sagt CDU-Ratsvertreter Matthias Ulrich. ...

Das Lebensmittel-Café bietet täglich frische Snacks an. Mitarbeiterin Jessica Ast schmeckt´s. (Foto: Pollkläsener) (Iris-MEDIEN)

Das Lebensmittel-Café bietet täglich frische Snacks an. Mitarbeiterin Jessica Ast schmeckt´s. (Foto: Pollkläsener)

... Nein, meint das SPD-Tandem Ingrid Krämer-Knorr/Michael C. Meurer. In Kürze hat der Bürger das Wort. 40 Jahre lang kaufte "Lück" bei Monika Peter. Als die Mitte vorigen Jahres ihren Lebensmittelladen schloss, endete der Einkaufskomfort vor Ort. Drei Monate darauf eröffneten Bäcker Frank Feldkamp und Fleischer Peter Eisenhuth in dem leer stehenden Lokal das "Lebensmittel-Cafe". Im Angebot: Backwaren, Fleisch, Geflügel, Wurst, Molkereiprodukte, Obst und Gemüse. Der Laden läuft. Kunden schätzen die gesellige Bistro-Atmosphäre.

Allerdings: Die CDU glaubt nicht, dass das reicht. Matthias Ulrich sieht "eine Lücke im System der Nahversorgung". Der große Rewe-Markt würde sie schließen, glaubt der Ratsvertreter und empfiehlt: "Wir sollten uns darauf freuen."

Doch die örtliche SPD jubelt nicht mit. Durch die geplante Verkehrsanbindung - etwa 100 Meter vor der Kreuzung Durchstraße - befürchtet Bezirksvertreter Michael C. Meurer ein "Riesenchaos". Außerdem habe man schon "eine große Einkaufsdichte", sagt Meurer - und zählt sieben Märkte im Umkreis auf: in Wellinghofen (Rewe, Edeka, Plus), Kirchhörde (Edeka) und Brünninghausen (Rewe, Edeka, Lidl).

Walter Nickisch, Abteilungsleiter im Planungsamt, weiß, "dass das Projekt sehr kontrovers diskutiert wird". Die Stadt hält den 1200 Quadratmeter-Markt für sinnvoll. Der Konsultationskreis Einzelhandel hat zugestimmt. "Erste Lärm- und Verkehrsgutachten liegen vor", so Nickisch - "die sagen: Es geht. Jetzt folgt die Feinjustierung."

Die Firma Schoofs aus Kevelaer könnte von jetzt auf gleich mit dem Bau beginnen. "Vier bis fünf Monate würde es dauern, vom Spatenstich bis zur Eröffnung", sagte Boris Beilharz, Projektentwickler des Investors, gestern der Stadtteil-Zeitung. Davor stehen die Bürgerbeteiligung und der Weg durch die politischen Gremien.

 

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