Westfälische Rundschau vom 18. Februar 2009

Lücklemberger Porträt

Lücklemberg
(Stadtbezirk: Hombruch)

Fläche: 361,8 ha
Einwohner: 5411.
0 - u. 18 Jahre: 721.
18 - u. 66 Jahre: 2915.
66 Jahre und älter: 1775.
Frauen: 3037.
Männer: 2374.
Ausländeranteil: 4,2 %

Schöner Wohnen im Grünen

Heile Welt und kaum Probleme

Dortmund, 18.02.2009, Dieter Willemsen

Lücklemberg ist eine Art heile Welt ohne die großen Probleme anderer Ortsteile. Schöner Wohnen im Grünen. Die Stadtplanung hatte es schon in den 1920er Jahren so gewollt.

Im Grünen galt schon seit dem 10. Jahrhundert, als die ersten Bauern hier siedelten. Jahrhunderte lang, bis in die neueste Zeit, prägte Landwirtschaft mit großen Höfen, vielen Freiflächen und Wälder die Geografie der beiden Bauernschaften Lück (im Westen) und Lemberg (im Osten). Heute ist kein Hof mehr bewirtschaftet. Zeugen der Vergangenheit sind nur noch der Schulte-Lemberg-Hof aus dem 13. Jahrhundert und der Hof Bergbauer von 1500. Alle anderen sind längst abgerissen und wichen nach dem 2. Weltkrieg höherwertiger Bebauung.

Die erste größere Besiedlung hatte mit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen. Vor allem die umliegenden Zechen, wie Gottessegen in Löttringhausen und Crone in Hacheney, stellten den Kumpeln für kleines Geld Land zur Verfügung, wo sie bauten und nebenbei Landwirtschaft für den Eigenbedarf betrieben. Die großen Grundstücke wurden vor allem nach dem 2. Weltkrieg in kleinere Einheiten aufgeteilt, verkauft und bebaut.

Lücklemberg selbst hatte nie Industrie oder nennenswerten Bergbau. Dafür siedelten hier in den 1920er Jahren deren Unternehmer oder Manager und errichteten einige herrschaftliche Villen. Direkt nach dem 2. Weltkrieg entstanden die ersten zusammenhängenden Wohngebiete. Ab den 1980er Jahren wurden Bebauungsplangebiete eingerichtet, später zahlreiche Baulücken geschlossen. Lücklembergs Einwohnerzahlen stiegen von 2000 auf jetzt 4800.

Wie die Nachbarorte Bittermark und Brünninghausen hat auch Lücklemberg kein Zentrum. Man kaufte vornehmlich in Wellinghofen oder Hörde ein, heute in Hombruch oder auch in Kirchhörde.

Ein Treffpunkt für alle Generationen entsteht in den nächsten Jahren auf dem Gelände der Olpketalschule, des angrenzenden Spielplatzes und der AWO Begegnungsstätte. Der Generationenpark Lücklemberg ist eine Kooperation zwischen dem Familien- und Seniorenbüro Hombruch, der AWO Lücklemberg sowie den SPD Politikern Ingrid Krämer-Knorr und Michael C. Meurer. Seit Sommer 2008 findet im Rahmen dieses Projektes bereits vierteljährlich das „Lücklemberger Generationencafé” statt.

Von großer Bedeutung waren nach 1900 die mehr als ein Dutzend Ausflugslokale und Biergärten. Davon hatte Lücklemberg die meisten in ganz Dortmund. Vor allem Ausflügler aus der Innenstadt kamen mit Kind und Kegel. Bewirtschaftet werden heute nur noch zwei, Im Kühlen Grund und das ehemalige Forsthaus, dazu das Restaurant im Augustinum.

TYPISCH!

Reichlich Baugebiete Dortmund, 18.02.2009

Mit Baugebieten ist Lücklemberg reichlich versehen. Es begann nach dem 2. Weltkrieg in der Crachtstraße mit Siedlerhäusern, dann folgte die Gartenstadt Süd mit ihren Bungalows von Gutverdienenden.

Neuestes Bebauungsplangebiet ist das Bergfeld am Heideblick, dessen Planung in Kürze vorstellt wird. Hier sollen nicht nur die in Lücklemberg vorherrschenden Familienhäuser, anderthalbgeschossig mit Satteldach, entstehen, auch gewagtere Architektur. Diese gibt es im Ort kaum. Dafür entstehen immer mehr „Stadtrandhäuser” für Mehrfamilien, manche werden als „Residenzen” vermarktet. Solche höherwertigen Anwesen sind allerdings nicht typisch für den ganzen Ortsteil. In den Baugebieten wie dem Lemberger Feld siedelten viele Normalverdiener mit Kindern. Weitere Baugebiete sind nicht in Sicht.

LICHT & SCHATTEN

Mitglied im Verein werden

Wer in einen fremden Ort zieht, sollte in einem Verein oder Verband Mitglied werden und so Kontakte knüpfen.

Das trifft besonders für Lücklemberg zu, wo die Hälfte der Bewohner erst in letzter Zeit zugezogen ist. Sportverein ist der TuS Lücklemberg. Lange Jahre Vorsitzender war Alfred Meininghaus, ehemaliger SPD-Bürgermeister Dortmunds und Mitglied des Bundestags. Er verbringt seinen Lebensabend im Augustinum. Viele Altersgruppen nutzen die Angebote des Vereins und treiben in der Turnhalle der Olpketalschule Freizeitsport. Sehr aktiv ist die AWO Lücklemberg, die vor Jahren auf dem Gelände der Schule ihre Begegnungstätte errichten konnte. Das Haus ist zu einem Treffpunkt geworden. Dritter Aktivposten ist der SPD-Ortsverein mit vielen Veranstaltungen; aber auch das Augustinum.

Mein Lieblingsplatz

Wo sich früher Stadtgärtnerei und eine Privatgärtnerei befanden, steht heute das Augustinum mit seiner grünen Umgebung. Der Teich ist Treffpunkt alteingesessener Lücklemberger. Oftmals sieht man hier bunte Wasservögel, deren Namen man nicht kennt. Man vermutet, dass die Tiere gelegentlich aus dem Dortmunder Zoo in Brünninghausen nach Lücklemberg fliegen. Vom Teich aus startet man seine täglichen Spaziergänge in den gegenüber beginnenden Stadtforst. Der Teich ist keine Erfindung des 1979 erbauten Seniorenstifts, ihn gab es schon immer, heißt es.

 
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