WR / WAZ vom 21. August 2008

Band zwischen Jung und Alt geknüpft

 

Das Generationen-Café soll nur der Anfang sein. Draußen wurden zum Beispiel bereits Bänke gebaut, damit die Senioren den Kindern beim Spielen zusehen können. Eine Art Generationenpark soll aus dem Außengelände werden. (Foto: Linz /PiLi)

Lücklemberg. Den Dialog zwischen alt und jung verstärken! - Kontakte knüpfen und zu einer besseren Lebensqualität beitragen! - Alles nur Floskeln? Weit gefehlt! ...

... Am Sonntag öffnete das Generationencafé in den Räumen der AWO Lücklemberg seine Pforten. Es klingt tatsächlich sehr idealistisch, wenn Michael C. Meurer, Bezirksvertreter der SPD in Hombruch, davon schwärmt, dass "jeder hier seine Interessen verwirklichen soll. Jung und alt können doch voneinander profitieren." Fruchtet diese Idee noch in einer immer hektischeren Gesellschaft, in der jeder nur an sein eigenes Glück denkt? Die Antwort scheint seit Sonntagnachmittag eindeutig: Ja, das Konzept geht auf.

Die Räume der AWO Lücklemberg waren prall gefüllt, als das Generationencafé seinen Probelauf absolvierte. Wer hätte gedacht, dass alt und jung sich so gut verstehen? Das Interesse war jedenfalls unheimlich groß. "Mit so einem Ansturm hatten wir gar nicht gerechnet. Bei 50 bis 60 Anmeldungen mussten wir dann schon irgendwann stoppen. Sonst hätte der Platz kaum ausgereicht", freut sich Ingrid Krämer-Knorr, Organisatorin seitens der SPD.

Dass Senioren und Familien sich bei Kaffee und Kuchen austauschen konnten, haben vor allem das Senioren- und Familienbüro Hombruch, die SPD Lücklemberg und der Fabido Kindergarten in der Olpketalstraße möglich gemacht. Finanziell hat jeder etwas zu dem Nachmittag beigetragen. Höhepunkt war sicherlich der Besuch des Kinderliedermachers Klaus Neuhaus, der alte und neue Lieder zum Besten gab. Nicht ohne dabei Einsatz zu fordern. "Nun holt mal eure Omis und Opis dazu, damit wir alle zusammen tanzen." Das ließen sich die Kleinen nicht zweimal sagen und zerrten die Erwachsenen reihenweise auf die Tanzfläche. Spätestens beim Lied vom Hasen Augustin war klar: Jung und alt haben ihren Spaß zusammen.

Auch Alice Eisenhardt hat es sich nicht nehmen lassen, das Tanzbein zu schwingen. "Das Ganze ist eine tolle Idee. Es gibt hier wirklich eine Art Austausch. Es macht mir ja auch Spaß, die ein oder andere Geschichte aus meinem Leben zu erzählen." Die 71-Jährige wird wiederkommen und damit steht sie längst nicht alleine da. Ute Dirks vom Familienbüro in Hombruch ist sich sicher: "Das Ganze wird von alleine laufen. Wir sehen ja jetzt, wie gut es ankommt. Bald wollen wir in jeder Jahreszeit ein Generationencafé veranstalten."

Generationenaustausch scheint doch noch möglich zu sein. Damit die eine Seite jung bleibt und die andere von den Älteren lernen kann. Und wer das zu einer Floskel macht, war eben noch nicht in Lücklemberg.

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