WR / WAZ vom 5. Februar 2007
Über Pluspunkte und Schandflecken

Aufmerksame Zuhörer hatten die Politiker am Rednerpult beim SPD-Jahresempfang in Brünninghausen. (Bilder: Susanne Meyer)

Aufmerksame Zuhörer hatten die Politiker am Rednerpult beim SPD-Jahresempfang in Brünninghausen. (Bilder: Susanne Meyer)

Brünninghausen. (kroe) Die ehemalige Tankstelle an der Ardeystraße bleibt zunächst ein ärgerlicher Schandfleck. Auf der Habenseite aber verbucht Brünninghausen, dass der Neubau Ecke Hagener Straße/Am Bahnhof Tierpark realisiert wird.

Schon immer, unterstrich Ortsvereins-Chef Klaus-Jochen Lehmann beim Jahresempfang, habe die SPD in Brünninghausen sich für das Wohn- und Geschäftshaus eingesetzt. Nachdem nun "Missverständnisse mit der Bezirksfraktion" ausgeräumt wurden, freue man sich auf eine schnelle Umsetzung.

Schnell umgesetzt, lobte Lehmann, wurden auch erste Maßnahmen zur Erleichterung der Verkehrssituation am neuen Lidl. So gibt es bereits das Halteverbot Am Bahnhof Tierpark, das Rechtsabbiegerschild am Parkplatz werde gewiss bald folgen.

Handlungsbedarf dagegen bleibt für die Brache an der Ardeystraße. Die Shell-AG als Pächter habe sich nicht nur zum 31.Dezember von dem Gelände verabschiedet, sondern zu allem Überfluss auch noch die Umzäunung mitgenommen". Nun will sich die SPD mit den Eigentümern, einer Erbengemeinschaft, in Verbindung setzen, um zu klären, wie sich das Gelände entwickeln wird.

Zur rechten Zeit entwickeln will die SPD auch, unterstrich Norbert Schilff, Ratsvertreter und Vorsitzender des SPD-Stadtbezirks Hombruch, eine detaillierte Meinungsbildung zum Flughafen. Bis zur Kommunalwahl 2009 habe man sich in der Stadt klar auf einen Ausbauverzicht festgelegt. Nun müsse der Bürger vor der Wahl erfahren, wie sich die Partei danach zu diesem Konfliktthema verhält, sagte Schilff. "Dortmund ist die 6. größte Stadt in der Republik, da muss man darüber reden, welche Belastungen zumutbar und welche nicht zumutbar sind". Die Hombrucherwollen Geschäftsführer Manfred Kossack einladen, um sich ein Bild von den Flughafen-Plänen zu machen, der mit rund 1000 Arbeitsplätzen auch Wirtschaftsfaktor sei.

Keine einheitliche Meinung innerhalb der SPD gibt es derzeit zu einer Bebauung des Bergfeldes, erfuhr die Stadtteil-Zeitung auf Anfrage. SPD-Ratsverterterin Ingrid Krämer-Knorr blickt mit Misstrauen auf das Bauvorhaben: "Frischluftschneise, Hanglage, Hochspannungsleitungen - das geht mir schon quer runter". So sieht es auch Michael Meurer, Vorsitzender der SPD Lücklemberg, und auch sein Vorstand sehe das kritisch.

"Nichts gegen eine Bebauung" hat dagegen Norbert Schilff. Der SPD-Mann im zuständigen Ratsausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Wohnen will sich dort aber für eine abgespeckte Variante einsetzen. 40, noch lieber 30 Häuser, auf richtig großen Grundstücken - da ist er dann auch wieder näher bei den beiden anderen SPD-Leuten. Auf jeden Fall soll es noch vor Ostern eine Bürger-Info-Veranstaltung von der SPD zum Thema Bergfeld geben.
04.02.2007

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