Westfälische Rundschau vom 16. Oktober 2007

" Mieter länger vor Kündigung schützen"

Mit Unverständnis und Kritik reagiert die Lücklemberger SPD auf die Ankündigung der Mondura Liegenschaften, die Wohnanlage an der Kirchhörder Straße (ehemals Volkswohlbund) mit ca. 80 Mietwohnungen schnellstmöglich in Eigentumswohnungen umzuwandeln.

Bei der gemeinsamen Veranstaltung der SPD mit dem Mieterverein Dortmund im September, hatte der Vertreter der Mondura Liegenschaften noch zugesagt, einen zehnjähriger Kündigungsschutz für die jetzigen Mieter ernsthaft zu prüfen. Geschäftpolitik des Unternehmens sei auch die soziale Verantwortung gegenüber den Mietern erworbener Objekte, habe  das Vorstandsmitglied der Mondura Liegenschaften, Franz-Josef Schuwarek, betont.

Hiervon sei jetzt nicht mehr viel festzustellen, erklärte der Lücklemberger SPD Vorsitzende Michael C. Meurer. „Rein finanzielle Interessen ständen jetzt im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik, die berechtigten Interessen der Mieter seien für die neuen Eigentümer nur zweitrangig“.

Dass die überwiegende Zahl der Mieter diese Wohnanlage in Lücklemberg schätzt und dort wohnen bleiben wollen, erfuhr Meurer aus Gesprächen mit den Betroffenen. In näherer Umgebung vergleichbare und bezahlbare Mietwohnungen zu finden sei praktisch unmöglich, betont der Lokalpolitiker weiter.

„Die Mondura Liegenschaften soll die von SPD und Mieterverein vorgeschlagene Lösung des verlängerten Mieterschutzes aufgreifen und somit ihre soziale Verantwortung unter Beweis stellen“, erklärte Meurer. „Ein neutraler Moderator könnte eingeschaltet werden, der aufgrund seiner fachlichen Kompetenz zwischen den Parteien vermittelt und die Härtefall-Anträge mitberaten kann“. Damit würden auch vorprogrammierte Rechtsstreitigkeiten vermieden.

Das Thema Kündigungsschutz will Meurer im November in die Sitzung der Bezirksvertretung bringen.

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