WR / WAZ vom 3. Februar 2007
Bergfeld: Filetstück oder Nackenkotelett?

Das Bergfeld teilen sich als Eigentümer die Stadt, die ev. Kirche und zwei Privatleute. Das Baugebiet ist etwa drei Hektar groß. 60 Einfamilienhäuser sollen hier entstehen, für das nicht erschlossene Grundstück müssen im Schnitt 152 000 E gezahlt werden.

Das Bergfeld teilen sich als Eigentümer die Stadt, die ev. Kirche und zwei Privatleute. Das Baugebiet ist etwa drei Hektar groß. 60 Einfamilienhäuser sollen hier entstehen, für das nicht erschlossene Grundstück müssen im Schnitt 152 000 E gezahlt werden.

Lücklemberg. "Das Bergfeld in Lücklemberg ist aus mehreren Gründen als Wohnstandort nicht geeignet." Zu diesem Urteil kommt der BUND nach Studium des "Scopingpapiers zum Umweltbericht".

Erste Gutachten werfen die Frage auf, ob das als Filet angepriesene Grundstück in Lücklemberg wohl nur als Nackenkotelett auf dem Markt verwertet werden kann: Denn Autolärm, Feinstaub und Elektrosmog deckten laut BUND das drei Hektar große Bergfeld wie ein Teppich zu.

Thomas Quittek, Sprecher der BUND-Kreisgrupppe Dortmund, kommt in seiner Stellungnahme an das Stadtplanungsamt sofort auf die Knackpunkte zu sprechen:

·  Durch den Verkehr auf der Zillestraße würde erheblicher Lärm im Neubaugebiet entstehen, der sich durch den Amphitheater-Effekt durch die Hanglage des Bergfeldes noch verstärkt. Es werde eine Überschreitung der Grenzwerte für allgemeine Wohngebiete erwartet. Der Gutachter empfiehlt Schallschutzmaßnahmen für die Rückseite der Häuser.
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  Das Baugebiet grenzt an zwei Hochspannungsleitungen (220 kV und 380kV). "Legt man die empfohlenen Abstände des Umweltinstitutes München zu Grunde, die auf neuesten Erkenntnissen beruhen, ist das Bauvorhaben nicht zu realisieren."
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  Das Bergfeld wird durch die nahe Zillestraße und die B54 durch Feinstaub und Benzol deutlicher belastet, als dies bei Betrachtung der Örtlichkeit zu erwarten gewesen wäre. "Insofern wird erkennbar, dass die Einhaltung von Stickoxidgrenzwerten ab 2010 neben der Feinstaubproblematik wohl die schwierigste Aufgabe werden wird", ist auf Seite 34 des Scopingpapiers zu lesen.
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  Das geplante Bergfeld befinde sich direkt in der Einflugschneise des Dortmunder Flughafens.
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  Das Bergfeld sei aufgrund seiner Geologie und Hanglage kein geeigneter Baugrund.

Der BUND zweifelt auch die Angaben zu den Verkehrsmengen in seiner Stellungnahme an. Außerdem sei die Aussage falsch, dass der Heideblick ausreichend breit dimensioniert sei, um den zusätzlichen Anliegerverkehr zwischen den Straßen Am Kramberg und B54/Zillestraße aufzunehmen. "Bei korrekter Parkweise gemäß Straßenverkehrsordnung verjüngt sich die Fahrbahn so stark, dass nur eine Fahrspur zur Verfügung steht."

02.02.2007   

Frühzeitige Beteiligung

ZUR SACHE

·  Der BUND, Kreisgruppe Dortmund, ist als Träger öffentlicher Belange frühzeitig an dem Verfahren beteiligt, das in der Aufstellung des Bebauungsplanes "Hom 242 - Bergfeld" münden soll.
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  Genehmigungsverfahren für Großprojekte sind kompliziert und langwierig. Ein Scoping-Verfahren dient als Sondierung der Erfolgsaussichten einer späteren Erlaubnis.
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  Der besondere Vorteil des Scoping-Verfahrens ist es, dass in einem frühen Stadium Gutachter, Umweltverbände, betroffene Privatpersonen und andere Behörden hinzugezogen werden können.
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  Auf dem Grundstück zwischen Zillestraße und Heideblick sollen insgesamt 60 Wohneinheiten entstehen - ausschließlich exklusive Einfamilienhäuser mit großen Grundstücken und Satteldach im höheren Preissegment.
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  Eine direkte Anbindung an die Zillestraße untersagt Straßen.NRW. Der Verkehr würde somit über Kramberg und Heideblick abgewickelt.

 

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