WR / WAZ vom 28. April 2007

SPD will Häuser-Anzahl drücken

Lücklemberg. Top-Adresse oder durch Lärm und Elektrosmog belastete Fläche? Städteplaner und Anlieger diskutierten kontrovers über das Bergfeld.
Neben der Umweltbelastung für zukünftige Anwohner sei auch die geplante Verkehrsführung für die angestammten Anlieger einfach unzumutbar, bewerten die Nachbarn das geplante Baugebiet in Lücklemberg ("Bergfeld"). Stadtplaner Walter Nikisch hält dagegen und unterstreicht die exzellente Lage.

57 Häuser auf rund 500 Quadratmeter großen Grundstücken (Preis: 330 E/qm) entstehen nach der heutigen Planung am Berghang zwischen Heideblick, Am Kramberg und Zillestraße (wie berichtet). "Zu viele Häuser im wertvollen Freiraum" findet auch die örtliche SPD, die lange gegen jegliche Bebauung war, und nun wenigstens die Pläne auf nur 30 neue Häuser eindampfen will. Denn wenn schon hohe Nachfrage nach großen Bauplätzen im Süden herrsche, argumentiert Ratsfrau Ingrid Krämer-Knorr, dann könne die hier mit 1000 qm-Grundstücken befriedigt werden.

Dies in der Gesamtstadt wirklich bis zu einer Beschlussreife durchzusetzen bedeute, "ganz dicke Bretter zu bohren", gestand die Politikerin am Donnerstag Abend in einer Info-Veranstaltung für die Bürger. Rund 30 Personen waren gekommen.
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Anlieger malen ganz schwarz

Walter Nickisch informierte 30 interessierte Bürger um das Bauvorhaben Bergfeld in Lücklemberg. (ACo)

Walter Nickisch informierte 30 interessierte Bürger um das Bauvorhaben Bergfeld in Lücklemberg. (ACo)

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Die Bedenkenträger am Heideblick sehen für das neue, als hochwertig eingestufte Baugebiet zwischen zwei Hochspannungs-Masten eine gravierende Gefährdung künftiger Bewohner, halten den Lärm durch B 54/Zillestraße sowie zunehmenden Flugverkehr für überdurchschnittlich und argwöhnen, dass mehr Versiegelung mehr Hochwasserprobleme schafft.
Dazu käme schlechte Infrastruktur durch große Entfernung zu Schulen, Kindergarten, Geschäften und eine miserable ÖPNV-Anbindung.

Das alles beschönige die Stadt nur und forciere die Bebauung, da sie mit dem Verkauf des Geländes Geld verdienen wolle, kritisierte eine Anwohnerin vom Heideblick. Denen brennt das neue Baugebiet vor allen Dingen unter den Nägeln: Der gesamte Verkehr soll über ihre Straße geleitet werden, auch schon mit großen Lkw in der Bauphase. Plus 350 Fahrten pro Tag hat ein Gutachter als Folge errechnet. Das gefährde die Kinder auf dem Schulweg und mache einen Ausbau nötig, der die Anwohner dann auch noch mit Kosten belaste, kritisieren die Bürger.

Deshalb wollen die Nachbarn, wenn das Baugebiet schon nicht zu verhindern ist, die Autos lieber über die Zillestraße dort hinein führen. Die Zillestraße ist aber Landesstraße und falle denmach in der Hoheit der Behörde Landesbetrieb Straßenbau NRW, erklärte Walter Nickisch.
Geregelt, mit Modellcharakter für die ganze Stadt, werden muss vor allen Dingen der Umgang mit Hochspannungsmasten. Der Betreiber empfiehlt einen Abstand von 34 Metern, viele andere Studien halten weitaus größere Freiflächen für gesundheitlich unabdingbar. Wie die Stadt Dortmund insgesamt künftig mit diesem Thema umgehen wolle, müsse am Beispiel Bergfeld politisch grundsätzlich geklärt werden, sagte Nickisch zu.

27.04.2007   Von Katrin Kroemer

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