WR / WAZ vom 17. Janaur 2007

Papier mit 2300 Unterschriften wertlos

Kirchhörde. Die SPD im Dortmunder Süden feiert den Abschluss ihrer Aktion zum Erhalt der Postfiliale in Kirchhörde mit 2300 Unterschriften. Das Papier ist wertlos, denn: Die Deutsche Post AG wird ihre Entscheidung nicht zurücknehmen, die Filiale in eine Agentur umzuwandeln.

Dies unterstrich gestern Postpressesprecher Achim Gahr im Gespräch mit der Stadtteil-Zeitung. Die SPD-Ortsvereine Bittermark, Brünninghausen, Kirchhörde-Löttringhausen und Lücklemberg werten ihren Unterschriften-Erfolg als "eindeutiges Votum der Bevölkerung für den Erhalt der Postfiliale in Kirchhörde", wie Michael C. Meurer (SPD Lücklemberg) mitteilt. Die Post hält dagegen: "Nicht jeder, der dort unterschrieben hat, ist auch unser Kunde."

Die Deutsche Post AG werde ihre, aus betriebswirtschaftlichen Gründen gefasste Entscheidung, den vollen Service einer Filiale auf eine Agentur zu übertragen, nicht revidieren. "Dabei bleiben wir, das Konzept hat sich bewährt, die Agenturen lassen sich einfach kostengünstiger gestalten", führt Gahr zum wiederholten Male aus.

Die fast 2 300 Unterschriften kamen in den vergangenen vier Wochen zustande. Zustimmung habe diese Aktion aber nicht nur aus den betroffenen Stadtteilen im Dortmunder Süden erfahren, auch viele Bürger aus Herdecke und Hagen hätten sich mit ihrer Unterschrift für die Postfiliale in Kichhörde eingesetzt, reflektiert Meurer.

Die SPD leitet daraus eine überregionale Bedeutung der Post in Kirchhörde ab. Außerdem sei die Filiale Anlaufstelle für nahezu 100 Gewerbetreibende entlang der Hagener Straße. Die SPD fordert deshalb neben dem Erhalt der Filiale auch deren Ausbau.

Recherchen der örtlichen Sozialdemokraten sollen ergeben haben, dass auch postintern die Einrichtung einer Postagentur kritisch beurteilt werde. "Gerade die Übernahme der Postbankgeschäfte beinhalte für die Betreiber einer Postagentur ein nicht zu kalkulierendes Risiko, da nur ein geringer Teil des Geldes durch die Deutsche Post versichert sei", zitiert Meurer seinen Informanten.

"Das betrachten wir als blanke Agitation. Da wird mit falschen Fakten eindeutig und nicht das erste Mal Stimmung gegen die Post gemacht", erzürnt sich Pressesprecher Achim Gahr.

16.01.2007   Von Thomas Kampmann

Noch nicht gekündigt

ZUR SACHE

·  Postsprecher Achim Gahr betont im Gespräch mit der Stadtteil-Redaktion, dass der Mietvertrag für die Filiale Kirchhörde noch nicht gekündigt ist.

·  Konkrete Gespräche mit möglichen Agentur-Betreibern sind noch nicht geführt worden. (.mpm.)

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