Wir in Hombruch Februar/März 2011

Bürger unter Hochspannung

Warum diese Leitung noch? Weder Quelle (Kraftwerk Kruckel)

noch Hauptabnehmer (Phönix Ost) existieren noch! Wenn überhaupt, dann Erdverkabelung!

 Die Mitglieder der IG Vorsicht-Hochspannung Dortmund-Süd freuten sich über die Einladung von Michael Meurer (SPD OV Lücklemberg). Zum Auftakt einer neuen Gesprächsreihe, die die SPD in diesem Jahr fortführen will, hatten sie die Gelegenheit in einer öffentlichen Diskussionsrunde über das Thema „Hochspannung - Elektrosmog: Gefahrlos für die Bürger oder ein potentielles Gesundheitsrisiko“ zu informieren. Zunächst erläuterte Herr Reinhard Wegener ein paar Zahlen und Fakten über Elektrosmog. Die IG hatte sich vor einigen Monaten gegründet, der Grund: Seit längerer Zeit gab es rund um die Hochspannungsleitung Vermutungen, dass für viele Bewohner - vor allem im Nahbereich - negative gesundheitliche Auswirkungen bestehen. Genannt wurde dabei die gesamte Bandbreite von Schlafstörungen bis hin zu ernsthaften und lebensbedrohlichen Erkrankungen. Die Leitung mit 110.000 Volt Spannung hat ihren Ursprung im Umspannwerk in Kruckel und führt 11 km über Löttringhausen, Kirchhörde,

Lücklemberg, Wellinghofen, Benninghofen, und Hörde. Viele Wohnhäuser liegen in unmittelbarer Nähe dieser Leitungen. In fast allen Fällen liegt die Emission der Leitung - gemessen innerhalb der Wohnbebauung – über dem Wert von 0,2 bis 0,4 Mikrotesla - dies sind Grenzwerte. Irreführende Aussagen wie, es handele sich bei dieser Trasse nur um eine „untergeordnete Reserveleitung“, die Bürger bei ihrem Zuzug in den betroffenen Wohngebieten erhielten, machen die Lage noch brisanter. Fakt ist aber, dass es auffällig viele ernsthafte Erkrankungen (mindestens 1 pro Haushalt, gerade bei lang dauerndem Wohnaufenthalt) in den betroffenen Regionen gibt. Wenn sich der menschliche Körper in magnetischen Wechselfeldern aufhält, so wird er von diesen ungehindert durchströmt, er steht „unter Strom“. Hierbei macht es keinen großen Unterschied, ob sich der Mensch in oder außerhalb eines Gebäudes aufhält. Magnetische Wechselfelder durchdringen normale Baumasse fast ungehindert und induzieren im menschlichen Körper unnatürliche Spannungen und so genannte Wirbelströme. Viele Forschungen beschreiben Zusammenhänge mit einer großen Bandbreite von Krankheiten, besonders aber mit degenerativen Prozessen und Krebs. Die Leukämieanfälligkeit bei Kindern in Häusern an Hochspannungsleitungen ist nach schwedischen, amerikanischen und australischen Studien signifikant erhöht. Die Interessengemeinschaft betont, dass es ihnen nicht um Panikmache geht, aber der hohe Grenzwert von 100 Mikrotesla, der für Deutschland festgelegt wurde, beunruhigt die Bürger. Im Vergleich: Die Schweiz erlaubt 1 Mikrotesla, Italien sogar nur 0,5.Aber selbst in Deutschland gibt es riesige Unterschiede, so schreibt das Land Niedersachsen einen Trassenabstand von 200 Metern bei Einzelhäusern und 400 Metern bei Siedlungen vor. Die geplante Siedlung Bergfeld in Lücklemberg wird voraussichtlich nur einen Abstand von 20-50 Metern haben! Im Laufe der nächsten Wochen sollen Gespräche mit der RWE als Betreiber, dem Landesumweltamt sowie mit der zuständigen Bezirksregierung in Arnsberg geführt werden. Die Stadt Dortmund kann nur vermittelnd tätig werden, da in dieser Angelegenheit die Landesbehörden sowie die Energiekonzerne zuständig sind.

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