Ruhr Nachrichten vom 3. Juli 2013

 Proteste gegen geplanten Supermarkt an der Kirchhörder Straße

LÜCKLEMBERG Ein schicker neuer Supermarkt mit reichlich Parkplätzen plus Getränkemarkt und Bäckerei mit Außengastronomie – für manche Stadtteil-Bewohner klingt das wie ein Traum. Für die Anwohner der Kirchhörder Straße und Durchstraße allerdings ist das ein Alptraum - sie protestieren heftig.
Von Susanne Riese und Anna Gellner
Die Anwohner der Kirchhörder Straße und der Durchstraße bewerten die Verkehrssituation als »brandgefährlich«. Rewe hält trotzdem an den Plänen zur Realisierung des neuen Marktes fest. »Die Anwohner der Kirchhörder Straße und der Durchstraße bewerten die Verkehrssituation als »brandgefährlich«. Rewe hält trotzdem an den Plänen zur Realisierung des neuen Marktes fest. (Foto: Thomas Horster-Moeller) Eine Bürgerinitiative wehrt sie sich seit langem gegen die Pläne, das rund 6400 Quadratmeter große Grundstück als Nahversorgungs-Paradies auszubauen. Hauptargument ist die Verkehrssituation an der Kirchhörder Straße. Thomas Horster-Möller, Initiator der Schutzgemeinschaft Lücklemberg: „Der Rewe-Markt wird für ein absolutes Verkehrschaos sorgen, das auf den Schultern der Anwohner ausgetragen wird.“
Mit Kreide Flächen gekennzeichnet
Mit Kreide haben die Anwohner die Planung samt Einfahrt und Verkleinerung der Bürgersteige auf die Straße gemalt. „Die Situation ist brandgefährlich“, so das Urteil von Dr. Bettina Horster von der Initiative. „Die Straße ist schmal und die Einfahrt liegt in einer Kurve.“
Zudem soll für den Supermarkt, der in etwa an der Kreuzung Kirchhörder Straße/Durchstraße gebaut werden soll, eine Grünfläche geopfert werden. Die diene als Rückzugsort für viele Tiere. „Wir beobachten oft Rehe und ihre Kitze, die auf dem Gelände Zuflucht suchen.“
Sorge wegen Regenwasser
Auch die geplante Regenwasserabführung macht den Anwohnern Sorge. Ehemals vorgesehene Tiefbrunnen sind in der aktuellen Planung zugunsten eines billigeren Rückhaltebeckens verschwunden. Anwohner fürchten, dass nun ihre Keller als Überlaufbecken herhalten müssen. „Die angeblich nur alle 30 Jahre auftretenden Starkregenfälle werden doch immer häufiger.“ Mehr als 600 Unterschriften hat die Schutzgemeinschaft bis jetzt gegen das Einkaufszentrum im Wohngebiet gesammelt.
Baubeginn im Oktober angepeilt
Trotz der Gegenargumente gaben Gutachten dem Bauvorhaben jüngst grünes Licht. „Kein Wunder, sie wurden ja auch vom Bauherrn in Auftrag gegeben“, kontert die Initiative. Die Schoofs-Gruppe hat das Projekt bereits ausgeschrieben. Baubeginn soll demnach im Oktober 2013, der Termin für die Fertigstellung Februar 2014 sein.
Die Studie stütze sich auf den Masterplan von 2004 und entspreche damit nicht mehr den Bedürfnissen der Menschen von heute, kritisieren die Bürger. In Zeiten von Online-Shopping brauche man nicht mehr den Laden vor der Haustür.
„Die Argumentation stützt sich auf Menschen, die ihre Einkäufe zu Fuß erledigen wollen“, so Bettina Horster. „Man muss aber auch überlegen, was in 10, 15 Jahren sein wird.“ Eine aktuelle Version des Masterplans soll Ende des Jahres beschlossen werden. Derzeit können die Lücklemberger im ein Kilometer entfernten Wellinghofen einkaufen.
Nahversorgung erhalten
Für Rewe ist genau das das Argument für die Realisierung des Marktes. „Wir wollen die Nahversorgung in Lücklemberg aufrechterhalten“, sagt Julia Hoff, Sprecherin von Rewe Dortmund. Außerdem würden so Arbeitsplätze geschaffen.
 Bei einem Rundgang am Sonntag machte sich auch die SPD ein Bild. „Es ist eine sehr emotionsgeladene Diskussion“, sagt Bezirksvertreter Michael Meurer. Er fordert die Anwohner auf, in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung (9.7.) noch einmal ihre Argumente zu präsentieren.