Ruhr Nachrichten vom 3. Januar 2013

Illegale Kleider-Sammlung: Altkleider-Container sind nicht angemeldet

BRÜNNINGHAUSEN Seit einigen Tagen stehen an der Hagener Straße zwischen dem Netto-Markt und der Bushaltestelle zwei Altkleidercontainer. Legal ist das nicht. Weder mit der Stadt noch mit dem Netto-Markt hat es Absprachen gegeben. Von Nicola Schubert

Zwischen Netto-Markt und Bushaltestelle: einer der beiden Container, die in Brünninghausen aufgetaucht sind. Der Streifen, auf dem die Container stehen, gehört noch zu dem Grundstück, das der Netto-Markt angemietet hat. (Foto: Andreas Klinke)

Eine Telefonnummer – mehr verweist nicht auf die Herkunft der weißen Klötze, die mit Kleidung und Schuhen gefüllt werden sollen. Unter der Nummer allerdings meldete sich bis Redaktionsschluss niemand.Nur ein Firmenname taucht auf dem Band des Anrufbeantworters auf: AG Textilverbund. Eine Adresse oder Internetseite gibt es nicht. Die Firma scheint nur aus Telefonnummer und Postfach zu bestehen. Nicht gerade ein Hinweis für ein seriöses Unternehmen.
 

„Potenzielle Gefahr“
 Aufgefallen sind die weißen Klötze Michael Meurer (Foto). „Die Container stellen eine potenzielle Gefahr dar. Bei Sturm könnten sie leicht umkippen“, meint das Mitglied der Bezirksvertretung.
 Eine Genehmigung für das Aufstellen von Altkleidercontainern auf öffentlichen Flächen vergibt die Stadt Dortmund meist an die EDG. Durch das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz (siehe Info-Kasten) soll der sogenannte „Wildwuchs“ – also unseriöse Verwerter – eingedämmt werden. Stadtsprecher Udo Bullerdieck: „Wenn wir Meldungen über Container ohne Genehmigung erhalten, die auf öffentlichen Flächen stehen, kontaktieren wir den Anbieter. Der muss die Container dann entfernen. Passiert das nicht, muss die Stadt das tun“.
 Wenn es aber um private Grundstücke geht, ist die Grauzone perfekt. „Meist sind die Container kurzfristig auf Grundstücken, die nicht bewohnt sind. Zunächst fallen sie nicht immer auf und werden dann schneller entfernt, als ein Eigentümer reagieren kann“.
 

Privatgelände
 Auch in Brünninghausen handelt es sich um Privatgelände, das zum Netto-Markt gehört. Auf RN-Anfrage äußerte sich die Pressestelle des Unternehmens per E-Mail: „die (...) Container befinden sich auf dem Grundstück, das wir angemietet haben. Wir werden unseren Vermieter kontaktieren, mit der Bitte, die Container umsetzen oder entfernen zu lassen. Eine Absprache ist mit uns im Vorfeld nicht getroffen worden“. Mit dem Vermieter sicher auch nicht.

Kleider-Kreislauf: Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz gilt seit dem 1. Juni 2012. Es soll zu mehr Transparenz und Umweltschutz beitragen. Altkleider fallen bei dem Gesetz unter Abfall. Wer einen Altkleidercontainer aufstellt, muss per Antrag bei der Stadt nachweisen, dass seine Leistungen denen des öffentlichen Entsorgers ebenbürtig oder besser sind.