Ruhr Nachrichten vom 31. März 2012

SPD-Veranstaltung: Bürger kritisieren große Bauvorhaben im Stadtbezirk

LÜCKLEMBERG In die Höhle des Löwen traute sich am Donnerstagabend Ludger Wilde. Auf den Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes warteten zahlreiche verärgerte Bürger aus Lücklemberg, Kirchhörde und Löttringhausen.Von Christian Stein

Im Stadtbezirk Hombruch stehen in den kommenden Jahren einige große Bauvorhaben an. Eines davon ist die geplante Bausiedlung Bergfeld (untere Bildmitte), deren Bau 2014 beginnen soll. (Foto: Oskar Neubauer)
Die Bürger haben Angst davor, durch die im Stadtbezirk Hombruch anstehenden Projekte zugebaut zu werden.
Fünf große Bauvorhaben werden dort in den nächsten Jahren realisiert:
 
Mehrfamilienhäuser
 
Außerdem entstehen an der Crachtstraße, Galoppstraße, Heiduferweg, Bozener Straße, Olpketalstraße, Hagener Straße, Schneiderstraße, Am Flinsbach und am Heidkopf Mehrfamilienhäuser. Dortmunds größter Stadtbezirk – in Hombruch leben 56 000 Menschen – wird in den kommenden Jahren also noch weiter wachsen.
 
„Der derzeitige Wohnungsbestand im gesamten Stadtgebiet kann nicht die große Nachfrage decken“, begründete Ludger Wilde die aktuelle Flut an Bauprojekten in Dortmund. „Wir schauen genau hin, was wir genehmigen“, betonte der Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes, ehe das Kreuzfeuer eröffnet wurde.
 
In die Kritik an diesem Abend, zu dem die SPD-Ortsvereine Lücklemberg, Kirchhörde-Löttringhausen und Bittermark geladen hatten, geriet besonders die geplante Rewe-Filiale an der Kirchhörder Straße. „Ich habe lange dafür gearbeitet, meiner Familie endlich ein Eigenheim in ruhiger Lage bauen zu können. Und jetzt lassen Sie es zu, dass mir ein Supermarkt vor die Haustür gesetzt wird“, sagte eine der anwesenden Frauen unter Tränen.
 
Auch Thomas Horster-Müller, Initiator der Schutzgemeinschaft Lücklemberg, holte zum Rundumschlag aus: „Der Rewe-Markt wird für ein absolutes Verkehrschaos sorgen, das auf den Schultern der Anwohner ausgetragen wird.“
 
Hitzige Debatte
 
Immer wieder musste Michael Meurer, Vorsitzender der Lücklemberger SPD, in die hitzige Debatte eingreifen und die Gemüter beruhigen. 

Sichtlich gelassen reagierte Ludger Wilde auf die Kritik am geplanten Rewe-Markt: „Mit der Entscheidung, den Rewe-Bau zu genehmigen, wollten wir Ihnen nicht schaden. Wir haben den Ehrgeiz, die Bürger, die zum Teil auch nicht mobil sind, nah zu versorgen. Das hat politischen Ursprung.“ 

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