Ruhr Nachrichten vom 28. Januar 2011

SPD-Hombruch: Diskussion über Integration

HOMBRUCH Es war einer der ihren, der mit seinem Buches im vergangenen Jahr eine bundesweite Debatte rund um das Thema Integration anstieß. Auch Monate nach der Veröffentlichung von Thilo Sarrazins "Deutschland schafft sich ab" prägt das Buch noch immer die Debatten – auch in den SPD-Ortsvereinen. Von Christian Stein

Am Mittwoch baten die Sozialdemokraten aus Hombruch zur Diskussion. "Unsere Partei verfolgt die Kernthese, dass Aufstieg durch Bildung möglich ist", sagte SPD-Stadtbezirksvize Thomas Krause, "dass ein Herr Sarrazin dann aber behauptet, fehlerhafte Integration liege an den Genen, nicht an der Bildung, kann ich nicht gut heißen."

Drei fachkundige Gäste
Der Lokalpolitiker und sein Kollege vom Ortsverein Kirchhörde/Löttringhausen, Volker Schultebraucks, ließen es sich nicht nehmen, drei fachkundige Gäste einzuladen: Neben SPD-Ratsherr Volkan Baran und Reyhan Güntürk von der Agentur für Migration und Integration nahm ein weiterer türkischstämmiger Herr in der AWO-Stätte auf dem Möllershof Platz, der sich das getraut hat, was selbst Politiker aus Berlin nie wagen würden. Kenan Kücük, Vorsitzender des multikulturellen Forums Lünen, sorgte beim Integrationsgipfel im November letzten Jahres für Aufsehen, als er den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel widersprach, Multikulti sei gescheitert.

Zu viele Fehler gemacht

Bei der Diskussion am Mittwoch stellte Kücük klar, dass gerade die Bundesregierung gefordert sei, den Grundstein für eine bessere Integration zu legen. Die deutsche Sprache müsse im Schulunterricht mehr zur Geltung kommen und mehr Aufmerksamkeit erhalten.
"Egal ob bei den Mehmets, Alis oder auch Kevins unserer Gesellschaft", so der Forums-Vorsitzende. Integrationsrats-Mitglied Volkan Baran kam sogar zu dem Entschluss: "Es wurden zu viele Fehler gemacht." Ein zustimmendes Kopfnicken erntete der Ratsherr dafür von Michael C. Meurer. Der stellvertretende SPD-Fraktionssprecher lehrt an der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dorstfeld. Meurer stellte nicht nur aufgrund seiner eigenen Erfahrungen fest: "Schule darf nicht der Reparaturbetrieb für das Elternhaus sein." 

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