Ruhr Nachrichten vom 20. August 2011

Eigentümer unauffindbar: Öffentlich geförderte Wohnhäuser
in schlechtem Zustand

Anwohner Christian Dynewski sowie Michael C. Meurer und Udo Beyna (v.l.) von der SPD vor einem der beiden vakanten Häuser in Lücklemberg. (Foto: Benjamin Blum)

„Sie sind unsere letzte Hoffnung“, sagt Michael C. Meurer, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lücklemberg, gegenüber der Presse. Er steht vor zwei Wohnhäusern an der Kreuzung Kirchhörder Straße/Durchstraße, die in unterschiedlich gutem Zustand auf einen Investor warten.
Das nördliche Haus ist äußerlich praktisch fertig, der Innenausbau wurde jedoch abrupt abgebrochen. Noch größeren Handlungsbedarf gibt es bei der südlichen Immobilie – hier sind noch nicht einmal die Außenwände verputzt.

Spur führt in den Süden
Die Spur des Eigentümers führe laut Meurer bis an den Rand der Europäischen Union: Auf der Halbinsel Gibraltar soll es eine Firma namens Spin Direct Company geben. Die dürfte entweder nur aus einem Briefkasten bestehen, oder hat schlichtweg kein Interesse an den beiden Häusern in Dortmund.
Für je zwei Mietparteien sind die Immobilien mit ihren drei Geschossen konzipiert. Um dort einzuziehen, ist ein Wohnberechtigungsschein nötig – denn die Häuser wurden mit öffentlichen Fördergeldern gebaut.
Das ist auch einer der Gründe, warum sich der SPD-Ortsverein des Themas angenommen hat. „Außerdem ist die Ecke dadurch ein Schandfleck“, sagt Meurer. Schuttberge, wuchernde Pflanzen und schiefe Bauzäune geben ihm Recht.

Auf eigene Kosten
Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel der drei Häuser nebenan: Sie wurden nach einer Initiative der SPD bereits vermietet. Die Eigentumsverhältnisse sind jedoch ebenfalls unübersichtlich, der Vermieter zeigt kein Interesse – deshalb richten die Mieter die Grundstücke erstmal auf eigene Kosten her.
„Wir hatten letzte Woche noch den Gärtner da“, berichtet Christian Dynewski. Auch ihm sind die Schuttberge und leer stehenden Immobilien ein Dorn im Auge. Aber nicht nur deshalb sagt er: „Natürlich würde ich mich über neue Nachbarn freuen.“

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