Ruhr Nachrichten vom 24. Februar 2009

Lücklemberg: Initiative fordert Rewe-Bau

Von Nadja Schöler am 24. Februar 2009

LÜCKLEMBERG Die „Bürgerinitiative gegen den Rewe“ in Lücklemberg bekommt Konkurrenz. Hatten sich die Befürworter des geplanten Supermarktes an der Kirchhörder Straße bisher zurückgehalten, warten sie jetzt mit der „Initiative pro Rewe“ auf.

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Eva Stegemann-König ist die Initiatorin der »Initiative pro Rewe« und hofft auf viele Unterschriften.

Bei der Bürgerversammlung zum Thema Rewe-Bau am 16. Februar machte es den Anschein, als seien allein die Kritiker des Bauvorhabens erschienen, aber keine, die sich den Rewe wünschen. Doch es gab sie. Sie waren nur ganz leise. „Es gab eine große Aggression bei den Gegnern. Am meisten hat uns geärgert, dass Thomas Horster-Möller so viele Argumente bereit hielt, von denen sich jeder nur eins aussuchen musste“, erklärt Eva Stegemann-König, Gründerin der „Initiative pro Rewe“.

Aber jetzt bekommen auch die Befürworter eine Stimme. Fünf Familien, die in unmittelbarer Nähe des Baugründstücks wohnen, beschlossen noch während der Bürgerversammlung, eine eigene Unterschriftenaktion zu starten. „Für seine Unterschriftenliste gegen den Rewe lieferte Thomas Horster-Möller falsche Argumente. Er behauptete, es sei ein riesiger Gewerbepark geplant“, so Stegemann-König.

6000 frankierte Postkarten auch in umliegenden Stadtteilen

Dass es nach dem Rewe keine weitere gewerbliche Bebauung gebe, sei schließlich auch vom Planungsamt bei der Versammlung bestätigt worden. Rund 6000 frankierte Postkarten will die neue Initiative an alle Haushalte in der Bittermark, in Kirchhörde, Wellinghofen und Lücklemberg mit der Tagespost verschicken. „Pro Rewe“ steht in grünen Buchstaben vorne drauf, auf der Rückseite wird um eine Unterschrift gebeten.

Keine gefährlichen Unfälle vor Supermärkten

Am Heidehof würden seit mehr als sieben Jahren immer mehr Häuser gebaut, die Idee des Rewe-Baus habe sie begeistert, so die Anwohnerin. Die Argumente der Gegner lässt Stegemann-König nicht gelten. „Die Argumente sind windig. Autos fahren auch jetzt schon zum Edeka. Außerdem kommt es vor anderen Supermärkten auch nicht zu gefährlichen Unfällen“, meint die Lücklembergerin.

Zwar hätten sich die Rewe-Befürworter bei der Bürgerversammlung nicht zu Wort gemeldet, doch den Politikern hätten sie ihren Standpunkt in Briefen mitgeteilt. Auch Rewe-Dortmund-Chef Heinz-Bert Zander hatten sie kontaktiert, der ihnen wiederum Telefonnummern von anderen Befürwortern gab. Am morgigen Mittwoch sollen die Pro-Rewe-Postkarten in die Briefkästen flattern. 

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