Ruhr Nachrichten vom 27. und 28. Januar 2009

Lücklemberger Supermarkt-Streit: Politik will Bürgerversammlung

Von Julia Gaß

LÜCKLEMBERG Der geplante Bau eines rund 1600 Quadratmeter großen Rewe-Marktes an der Kirchhörder Straße stößt bei den Anwohnern auf Ablehnung und auch bei den Fraktionen in der Bezirksvertretung Hombruch nicht auf große Zustimmung.

Hombruch während der Sitzung der Bezirks Vertretung werden Unterschriften übergeben

Thomas Horster-Möller, Anwohner der Durchstraße, präsentierte den Politikern der Bezirksvertretung Hombruch gestern eine Unterschriftenliste und Argumente gegen den Vorschlag der Verwaltung, an der Kirchhörder Straße einen Rewe zu bauen.

Foto: Schaper

CDU und SPD wollen erst nach einer Bürgerversammlung entscheiden, ob sie dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen und damit dem Bebauungsplan auf einer einst für Naturschutz reservierten Fläche grünes Licht geben. Die Grünen lehnen den Bau strikt ab. „Da wird eine Fläche geopfert für etwas, für das keine Notwendigkeit besteht“, so Karl-Heinz Deyer.

266 Unterschriften gesammelt

Rund 20 Anwohner der Kirchhörder Straße und der Durchstraße präsentierten gestern vor der Sitzung eine Unterschriftenliste gegen das Bauvorhaben. Unterschrieben haben seit Freitag 266 Bürger – „das ist mehr als ein Viertel der knapp 1000 Wähler im Wahlbezirk Augustinum“, betonte Thomas Horster-Möller, Initiator der Unterschriftenaktion. Auch im Internet kann man die Argumente der Bürger nachlesen.

"Eine unzumutbare Situation"

Schon die Ein- und Ausfahrt (hinter einer Kurve) ist für die Anwohner eine „unzumutbare Situation“. Sie sehen Kinder gefährdet, die dort die Straße an der Ampel überqueren, und befürchten lange Rückstaus. „Dieser Rewe-Markt ist ein Ärgernis“, schimpfte eine Anwohnerin.

„Erst wird ein Rewe gebaut, dann kommt Kik oder Aldi dazu. Dann haben wir in Lücklemberg ein Riesen-Einkaufs-Dorado“, so Horster-Möller: „Wir haben hier zwei mutige Unternehmer: die Bäckerei Feldkamp und die Fleischerei Eisenhuth, die die Nahversorgung in dem ehemaligen, kleinen Rewe an der Kirchhörder Straße weiterführen. Wir brauchen keinen Riesen-Supermarkt.“

Lebensmittelcafé ohne Vollsortiment

Das kleine Lebensmittelcafé böte aber kein Vollsortiment. Der Masterplan Einzelhandel sähe vor, dass im Umkreis von 500 Metern ein Supermarkt mit Vollsortiment vorhanden sein muss, betonte Hans-Jürgen Grotjahn (CDU). „Es gibt acht Supermärkte im Umkreis von 1,5 Kilometern. Für einen Vorort, der überwiegend aus Einfamilienhäusern besteht, mehr als genug“, meint Michael Meurer (SPD). Supermärkte in Wellinghofen würden ausbluten, wenn der Rewe in Lücklemberg käme, argumentieren die Anwohner.
Bürgerinformation

·    Um auch Bürger ohne Auto zu Wort kommen zu lassen, soll die Bürgerinformation im Februar im Wohnstift Augustinum stattfinden.  » www.vivai.de/keinrewe

Wellinghofer in Sorge um Rewe-Markt

Von Susanne Meyer 

Wellinghofen. Das in Lücklemberg geplante Einkaufscenter schlägt auch in Wellinghofen auf. ...

Politischer Früschoppen bei der SPD Wellinghofen: Rede und Anwort standen: Dr. Gerhard Langemeyer, Prof. Dr. Gerd Bollermann, Bernhard Rapkay (v.L.), Peter Pfeiffer, Ulla Burchardt und Manfred Renno (v. r.). Ratskandidat Martin Grohmann (Bildmitte) moderierte. (Fotos: [2] ACo)

... Peter Pfeiffer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins im Ort, befürchtet, das ein neuer Markt im Nachbarort das Ende für den Rewe-Discounter an der Preinstraße bedeuten könnte. Ein Thema, das beim traditionellen Politischen Frühschoppen bei "Middelmann-Heinen" ebenso Diskussionsmittelpunkt war, wie die "große" Politik in Brüssel, Berln, Düsseldorf und im Dortmunder Rathaus. Neben Pfeifer standen fünf politische Schwergewichte den Zuhörern Rede und Anwort. Ratskandidat Martin Grohmann, der die Veranstaltung mit Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer, dem Europa-Abgeodneter Bernhard Rapkay, Ulla Burchardt (MdB), Prof. Dr. Gerd Bollermann (MdL) und dem Hörder Bezirksbürgermeister Manfred Renno geschickt moderierte, sprach ein großes Themenspektrum an.

Den rund 100 Zuhörern war indes am wichtigsten "was auf´m Platz", also im Ort passiert. Sie erfuhren dann auch, dass der Betreiber des Wellinghofer Rewe-Marktes der gleiche sein wird, der in Lücklemberg neu bauen will. Auch gebe es Überlegungen bei Edeka, die beiden Wellinghofer Märkte an der Prein- und Godekinstraße an einem neuen Ort zusammenzulegen, sagte Pfeiffer. Das Unternehmen interessiere sich für das rund ein Hektar große brachliegende Gelände hinter der Total-Tankstelle an der Preinstraße. "Unter 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche mit den entsprechenden Parkplätzen vor der Tür will heute kein Discounter mehr bauen", so Pfeiffer.

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