Ruhr Nachrichten vom 11. September 2008

Ohne Schokoticket schmilzt die Sicherheit

In den Stadtteilen. "Sicherer Schulweg oder Schokoticket", fordern die Eltern der Olpketalschule. "Aus unserer Sicht sind alle Schulwege sicher", O-Ton Jürgen Feuser, Abteilung Verkehrsregelung im Tiefbauamt. ...

Protest vor Ort: das Schoko-Ticket soll bleiben. (Rott) (WR)

Protest vor Ort: das Schoko-Ticket soll bleiben. (Rott)

... Das sehen die besorgte Elternschaft und SPD Lücklemberg anders und legten Protest beim Schulverwaltungsamt ein. Ein neuer Ortstermin soll Klarheit schaffen. Wie gestern berichtet, hat das Schulverwaltungsamt 20 Eltern von Olpketalschülern davon in Kenntnis gesetzt, dass das vormals aus "besonderen Gefahrengründen" zugebilligte Schokoticket wieder eingezogen werden soll. Der Schulweg über den Kreuzungsbereich Weiße Taube/Hagener/ Olpketalstraße sei "weder besonders gefährlich noch nach den örtlichen Verhältnissen für Schüler ungeeignet". Das habe man vor Ort auch überprüft, sagt Ralf Dallmann vom Schulverwaltungsamt, Abteilung Schulwegsicherung und Organisation. Allerdings unverständlicherweise - nicht zu Schulwegzeiten, wie er zugeben musste: "Es mag wohl sein, dass das Verkehrsbild gegen acht Uhr ein anderes ist als um 11 Uhr". Was SPD-Ratsmitglied Ingrid Krämer-Knorr nur bestätigen kann: "Ich fahre diese Strecke an der Hagener Straße/Weiße Taube mindesten viermal am Tag und weiß, dass sich hier für die Sicherheit der Fußgänger nichts getan hat", ist die Genossin erbost. Nicht selten nutzten Lkw den Bürgersteig als Ausweichmöglichkeit, oft würde bei sattem Gelb über die Ampel um die Kurve gebrettert - und knapp hinter der Brücke läge die Fußgängerampel. Und das Ganze beträfe nicht nur die Schulkinder. Senioren, Rollstuhlfahrer, "die sind hier alle betroffen", so Krämer-Knorr. Dallmann gesteht ein, dass es sich hier um eine "komplizierte Stelle" handelt, aber Schulwege seien immer gefährlich, winkt er ab. Und abgesehen davon, habe man den Eltern ja erstmal nur eine Ankündigung gesandt. Die allerdings unmissverständlich die "Unrechtmäßigkeit" der Ticketausgabe offenlegt.

"Es geht uns nicht darum, dass unsere Kinder nicht laufen sollen", erläutert Andrea Holtei-Hanitz, Mutter an der Olpketalschule. "Wir erwarten aber, dass dann die gefährlichen Stellen entschärft werden". Zum Beispiel mittels Bügel oder Ketten zum Straßenrand, wie auch Ingrid Krämer-Knorr fordert.

Der Widerstand aus den Reihen der Eltern und der SPD Lücklemberg veranlasste das Schulverwaltungsamt dann doch dazu, "einen Ortstermin mit Tiefbauamt, Mandatsträgern und Eltern" anzuberaumen. Die Polizei wird uns auch noch was dazu dagen", meint Dallmann. "Und die Kollegen gehen nochmal raus". Diesmal vielleicht zur Schulwegzeit, gegen acht.

zurück