Ruhrnachrichten vom 31. März 2007

Dortmund-Süd

Mehr als ein Parteibuch

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Lücklemberg - Das Wort "Jubilarehrung" hat einen steifen Beiklang. Man assoziiert eingefahrene Bahnen und ein bisschen Staub.

Doch Bezirksvorsteher Klaus-Ulrich Steinmann und Michael C. Meurer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lücklemberg, ehrten am Donnerstagabend Mitglieder, auf die die besagte Beschreibung nicht so recht passt. Vor 50 Jahren ist Else Kreitz in die SPD eingetreten.

"Schwere Zeit damals"
"Es war eine schwere Zeit damals", erzählt die Dame. "Ich hatte drei kleine Kinder und das Gefühl, etwas tun zu müssen." Sie freut sich über den Blumenstrauß, die Anstecknadel und die Urkunde, die sie heute bekommen hat. Mit einem Lächeln verrät sie ihr Alter: sie ist 97 Jahre alt.

Charlotte Raben ist sofort nach dem Krieg in die Partei eingetreten und wird für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt. "Ich habe kein Mandat gehabt, war berufstätig und hatte Familie. Ich habe sogar zwei Jahre in Brasilien gelebt, aber der Partei war ich immer verbunden", sagt die 82-jährige (älteste) Tochter von Wilhelm Hansmann, Dortmunds erstem Oberbürgermeister und Ehrenbürger nach 1945. Sie wünscht sich manche heutige Diskussion in der SPD etwas kämpferischer - und sagt das auch genau so.

Dieter Osthoff (68), 50 Jahre dabei, erinnert sich gerne an die Besuche, bei denen die Kassierer der Partei die Mitgliedsbeiträge persönlich entgegennahmen. "Ich habe nicht nur ein Parteibuch, sondern bereits das dritte durch die vielen Quittungen, aber nach Einführung des Lastschriftverfahrens wird das nicht mehr so schnell voll."

Bank statt Kassierer
Er berichtet, dass viele ältere Mitglieder es schätzten, mit dem Kassierer einen kleinen Plausch über ihren Ortsteil zu halten. Ortsvereinsvorsitzender Michael C. Meurer ist zufrieden mit dem Abend. Entgegen dem allgemeinen Trend verliert sein Ortsverein kaum Mitglieder. - bib

30. März 2007 | Quelle: Quelle: Ruhr Nachrichten

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